Wie Sie an einem Nachmittag ein Treueprogramm aufsetzen
Die meisten Treueprogramme kleiner Betriebe scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass sie nie angefangen werden: Sie bleiben auf der Liste liegen, unter dem Lieferanten, der nicht geliefert hat, und der Lohnabrechnung.
Diese Anleitung macht das Gegenteil: in einem Zug aufsetzen, an einem ruhigen Nachmittag, und morgen ausgeben.
Vorab: die einzige wichtige Entscheidung
Sie müssen sich nur zwischen zwei Modellen entscheiden.
Stempel. Ein Besuch, ein Stempel. Karte voll, Prämie. Am besten, wenn der Bon klein und immer ähnlich ist: Cafés, Bäckereien, Mittagslokale, Waschanlagen, Friseursalons.
Punkte. Sie sammeln sich nach Umsatz und werden gegen Prämien aus einem Katalog eingelöst. Besser, wenn der Bon stark schwankt: Restaurants, Pizzerien, Läden, Praxen.
Im Zweifel mit Stempeln anfangen. Sie erklären sich von selbst und lassen sich am Tresen leichter vermitteln.
Schritt 1 — Prämie wählen (15 Minuten)
Die Regel ist simpel: Die Prämie muss Sie wenig kosten und der Kundschaft viel wert sein.
Ein Gratis-Kaffee kostet Sie Cent und wird als 1,50 € wahrgenommen. Ein Dessert im Restaurant kostet Sie gut einen Euro und wird als 5 € wahrgenommen. Genau das suchen Sie.
Dann die Anzahl der Besuche: nicht so wenige, dass Sie verschenken, ohne zu binden, und nicht so viele, dass niemand ankommt.
- Café oder Bäckerei: 10 Besuche.
- Restaurant oder Pizzeria: je 100 € Umsatz.
- Friseursalon: 6 Dienstleistungen.
- Praxis oder Physiotherapie: Nachverfolgung wirkt besser als eine Prämie.
Wenn 20–30 % der ausgegebenen Karten vollgemacht werden, haben Sie richtig gelegen. Macht sie fast niemand voll, liegt die Latte zu hoch.
Schritt 2 — Programm anlegen (10 Minuten)
Hier wird das Schlimmste erwartet, und hier vergeht die wenigste Zeit. In einem Werkzeug für kleine Betriebe sind es vier Felder: Programmname, Anzahl der Stempel, Prämie und Logo.
Ein Tipp: Den Programmnamen sieht die Kundschaft auf ihrer Karte. „Gratis-Kaffee bei 10 Stempeln“ wirkt besser als „Treueprogramm 2026“.
Schritt 3 — Plakat drucken (20 Minuten)
Das Plakat mit dem QR-Code ist Ihre gesamte Neukundengewinnung. Es gehört neben die Kasse, dorthin, wo die Kundschaft beim Zahlen ohnehin hinsieht.
Drei Regeln, die den Unterschied machen:
- Auf Augenhöhe, nicht an der hinteren Wand.
- Sagen, was es gibt, nicht „Treten Sie unserem Programm bei“. Besser: „Ihr zehnter Kaffee, gratis“.
- Eines pro Kassenplatz. Zwei Kassen, zwei Plakate.
Schritt 4 — Selbst ausprobieren (10 Minuten)
Diesen Schritt überspringen alle, und er verhindert die meisten Probleme.
Scannen Sie Ihr eigenes Plakat mit dem Handy, melden Sie sich an wie eine Kundin und geben Sie sich vom Tresen aus einen Stempel. Den Stempel auf dem eigenen Bildschirm erscheinen zu sehen, lässt den Ablauf klicken — danach können Sie ihn erklären.
Schritt 5 — Dem Personal am Tresen erklären (15 Minuten)
Hier entscheidet sich, ob das Programm läuft oder nach zwei Wochen einschläft.
Ihr Team braucht drei Dinge, und nur drei:
- Was sagen: „Haben Sie unsere Karte? Scannen Sie dort, der zehnte Kaffee geht aufs Haus.“
- Was tun: Die Kundschaft zeigt den Code, Sie scannen und drücken +1.
- Was tun, wenn es hakt: Kein Handy dabei? Über Telefonnummer oder E-Mail suchen.
Schreiben Sie es auf einen Zettel und hängen Sie ihn die erste Woche hinter den Tresen.
Schritt 6 — Die ersten dreißig Tage
Schauen Sie nicht am zweiten Tag auf die Zahlen. Geben Sie sich dreißig.
Was in diesem Monat passieren soll:
- Woche 1: Die Stammkundschaft meldet sich an. Sie freut sich am meisten darüber.
- Woche 2–3: Es wird gesammelt. Jemand fragt, wie viele noch fehlen: gutes Zeichen.
- Woche 4: Die ersten Karten werden voll. Das ist der Moment der Wahrheit, in dem sich zeigt, dass die Prämie echt ist.
Diese erste ausgegebene Prämie ist mehr wert als jede Kampagne. Erzählen Sie davon, machen Sie einen kleinen Moment daraus.
Die drei Fehler, die sich wiederholen
Prämie zu weit weg. Zwanzig Besuche für einen Kaffee macht niemand voll. Latte senken.
Niemandem davon erzählen. Das Plakat allein reicht in der ersten Woche nicht: Es muss beim Kassieren laut gesagt werden.
Es einschlafen lassen. Wenn das Team es nach zwei Monaten nicht mehr erwähnt, verschwindet das Programm. Einmal im Monat draufschauen: wie viele aktive Kundinnen und Kunden, wie viele volle Karten.
Nach Branche, in einer Zeile
- Bar oder Café: Stempel, Prämie bei 10 Besuchen, Plakat neben der Kasse.
- Pizzeria oder Restaurant: Punkte pro Euro, Prämie bei 100 €, Plakat auf der Karte und am Abholtresen.
- Friseursalon: Stempel pro Dienstleistung, Prämie bei 6, plus Erinnerung nach drei Monaten Abwesenheit.
- Zahnarzt- oder Physiopraxis: weniger Prämie, mehr Nachverfolgung; wertvoll ist zu wissen, wer die Kontrolle verpasst hat.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es wirklich?
Anderthalb bis zwei Stunden, wenn Sie es in einem Zug machen, inklusive Plakatdruck. Zeit kostet nicht das Einrichten, sondern die Entscheidung über die Prämie.
Muss ich meine Kasse wechseln?
Nein. Das Programm läuft getrennt, auf dem Handy oder Tablet am Tresen. Wer es später mit der Kasse verbinden will, kann eine API nutzen — zum Starten braucht es das nicht.
Und wenn ich zwei Filialen habe?
Sie können ein Programm pro Filiale oder ein gemeinsames führen. Gemeinsam hat einen Vorteil: Die Kundschaft sammelt an beiden Orten und nimmt eine einzige Marke wahr.